![]() |
Comelio GmbH
|
Software-Technologien > Ontologien > XTM XML Topic Maps (XTM) Modellierung, Beratung, Entwicklung
XML Topic Maps – ISO-StandardDie XML Topic Maps (XTM) der Standardorganisation ISO sind einer der beiden ernst zu nehmenden und in de Praxis eingesetzten Techniken, um Ontologien in XML abzubilden. Sie stellen die zu erst entwickelte Technologie zur Ontologie-Modellierung und -Abbildung dar, die vom W3C durch die OWL (Ontology Web Language) umgesetzt wurde. XTM bietet syntaktische und methodische Umsetzungen für ontologische Datenmodellierung und damit das moderne Fundament für die Softwareentwicklung für Expertensysteme, Wissenssysteme, Corporate Knowledge-Systeme etc. an. Struktur von XTM
Für die Umsetzung in XML liegt zusätzlich eine Implementierung bzw. eine Regelabbildung der standardisierten Strukturen von XTM auch als DTD sowie in XML Schema vor. Wiederum sind also diese basalen Standards notwendig, um eine solche Technologie auch in einem konkreten Einsatz zu verwenden. Auch dies zeigt eine enge Beziehung zwischen diesem Standard und den Standards des W3C. Grundprinzipien von XTMDa die XTM innerhalb der XML-Hemisphäre entwickelt wurden und sich eng an die vorhandenen Standards des W3C wie z.B. DTD; XML Schema, XBase oder XLink anlehnen und selbst auch wieder XML-Strukturen ergeben, weisen sie ähnliche Zielsetzungen auf wie die gerade genannten Standards. Wichtig ist eine Interoperabilität zwischen den einzelnen Standards, um eine unabhängige und leicht zu verstehenden (menschen-lesbare) Abbildung von semantischen Informationen in Form von Themen und Themenbezügen bilden zu können. Dies erfordert eine minimale Verwendung von optionalen Elementen, eine klare Struktur, eine – wie schon erwähnt – hohe Lesbarkeit und eine überaus einfache Verwendung. Diese Verwendung soll selbstverständlich nicht die Verwendung erschweren, sondern vielmehr die Einsatzmöglichkeiten von XML Topic Maps befördern. Der Standard setzt also nicht darauf, eigene Strukturen für Techniken zu entwickeln, die bereits durch das W3C entwickelt wurden, sondern verwendet gerade seine Techniken, um die Inhalte von semantischen Informationen abzubilden. Dies erleichtert das Verständnis und gleichzeitig die Ausbreitung von XTM, weil bereits eingeführte Standards weiter verwendet werden. Syntaxübersicht von XML Topic Maps
Der ISO-Standard zu den Topic Maps besteht aus einer Spezifikation der notwendigen Strukturen, um eine Themenkarte abzubilden. Dabei wird ausdrücklich nur im Anhang die ausführliche Beschreibung einer Umsetzung in XML mit Hilfe einer DTD gegeben. Der in diesem Abschnitt als Darstellungsgrundlage verwendete Standard baut auf diesem Standard auf und fokussiert die Umsetzung in XML genauer. Daher besteht auch sprachlich ein Unterschied in Form von „Topic Maps“ als Titel für den ISO-Standard und in Form von „XML Topic Maps“ bzw. im Akronym XTM für die ausschließlich in XML aufbereiteten Themenkarten. Der ISO-Standard dagegen beschreibt die Grundlagen und Bedingungen von Themenkarten so allgemein, dass auch andere Syntaxformen gültige Themenkarten im ISO-Verständnis erzeugen können. Die Syntax von XTM besteht aus wenigen Elementen bzw. aus Konzepten, die direkt aus einem semantischen Netz übernommen wurden und in XML-Strukturen abgebildet wurden. Zu diesen Strukturen zählen die folgenden: TopicUnter einem Topic versteht man einen allgemeinen Oberbegriff im Sinne eines Themas, welches durch die nachfolgenden Konzepte in Form von Instanzen abgebildet wird. Ein XML-Instanzdokument, welches mehrere Themen behandelt, kann auch durch ein entsprechendes XTM-Dokument beschrieben werden, welches die verschiedenen Themen im Sinne eines Topics aufnimmt. Dabei stellt jedes Thema ein eigenes Topic dar [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 2.2.1 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#desc-topic.].
Syntaktisch wird ein Thema mit dem topic-Element ausgezeichnet, auf das dann mit Hilfe des topicRef-Elements und einem XLink verwiesen werden kann. Der Verweis erfolgt dann wiederum u.a. in der Angabe einer Assoziation (Beziehung oder Klassenstrukturangabe) oder in bei der Verschmelzung von Themen über mergeMap (Elternelemente) oder member (Kindelement) sowie der Zusammenfassung von Themen mit Hilfe einer Subjektidentität über subjectIdentity [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 3.2.1 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#elt-topicRef.]. Das topic-Element selbst erlaubt bei seiner Verwendung ebenso die Angabe, zu welcher Subjektidentität es gehört oder ob es eine Instanz von einem anderen Themengebiet darstellt. Es ist direktes Kindelement von topicMap, also dem Wurzelement einer Themenkarte [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 3.6.1 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#elt-topic.]. NameEin Thema in Form eines Topics erhält einen Namen, über den es innerhalb seines Gültigkeitsbereichs, welcher über Scope definiert wird, referenziert werden kann. Dabei ist es möglich, einem Thema unterschiedliche viele Namen nach folgendem Muster zu geben [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 2.2.2 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#desc-name.]:
OccurrenceÜber das Konzept des Auftretens lassen sich Informationen zu Subjekten, die einem Thema zugeordnet werden, angeben und auszeichnen. Diese Auszeichnung erfolgt entweder – ähnlich wie bei der RDF-Syntax – in Form von URIs oder auch in Form von Literalen bzw. Textinformationen aus dem beschriebenen Dokument [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 2.2.3 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#desc-occurrence.]. Syntaktisch legt man die Auftrittseigenschaften mit dem Element occurence an, welches als Kindelemente alle die Elemente enthält, die das Vorkommen eines Themas beschreiben. Zu ihnen gehören instanceOf, um eine Instanzbeziehung anzugeben, scope, um die Gültigkeit anzugeben, resourceRef oder resourceData, um eine Ressource in Form einer Fundstelle über einen XLink anzugeben, welche das Thema behandelt [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 3.9.1 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#syn-occur.]. AssociationÜber das Konzept der Assoziation lassen sich die notwendigen Datenbeziehungen angeben, um semantische Informationen auszudrücken. Diese besitzen die notwendigen INSTANZ-VON und TEIL-VON-Eigenschaften. Für die Angabe einer Assoziation verwendet man die nachfolgenden Konzepte [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 2.2.4 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#desc-occurrence.]:
Syntaktisch legt man eine Assoziation über das Element association an. Es enthält als Inhaltsmodell die Kindelemente instanceOf als Angabe, zu welcher Klasse die Assoziation gehört, member für die Auflistung der an der Assoziation beteiligten Themen und schließlich scope zur Definition einer möglichen Gültigkeitsbeschränkung der Teilnahme an einer Assoziation. Das scope-Element verweist auf zugehörige Ressourcen oder Themen über topicRef und resourceRef-Elemente, die jeweils XLinks enthalten [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 3.8.1 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#elt-association.]. Topic MapEine Themenkarte repräsentiert schließlich die Gesamtheit von modellierten Informationen zu einem Dokument mit unterschiedlichen Themengebieten. Eine solche Karte lässt sich entweder als eigenes Dokument verwenden oder in eine bestehende XML-Struktur integrieren. Dies entspricht der Verwendung der RDF-Technologie. Dabei sind folgende Konzepte im Einsatz [Vgl. TopicMaps.Org, XML Topic Maps, 2001 Abschnitt 2.2.5 unter http://www.topicmaps.org/xtm/1.0/#desc-topic-map.]:
Bewertung von XTM
Wie bereits an der Syntaxdarstellung und wie auch in mehreren Kommentaren gesagt wurde, besitzt XTM die Fähigkeit, INSTANZ VON und TEIL VON abzubilden. Neben diesen Mindestanforderungen, die bei der Bildung von Beziehung vorhanden sein sollten, besteht zudem die Möglichkeit, eigene Beziehungen zu verwalten bzw. sie auch mit einem speziellen Namen auszuzeichnen. Diese Charakterisierung und Auszeichnung fällt umso mehr ins Gewicht, als dass über diese Eigenschaft XTM entsprechende Abfragen mit z.B. XPath innerhalb von XSLT- bzw. anderen Verarbeitungsprozessen möglich sind. Über eine solche Beziehungsangabe lassen sich sämtliche Verweise in einem Dokument auflösen, die der gleichen Beziehung entsprechen bzw. unter zusätzlicher Verwendung der Standardbeziehungen auch entsprechend hierarchisiert wiedergeben. Inhaltlich müssen die vorhanden XML-Instanzdokumente weiterhin mit einer Schemasprache wie z.B. XML Schema ausgezeichnet werden, weil die Modellierung der Datenbeziehungen auf einem gültigen Instanzdokument ausgeführt wird und auch nur für dieses Dokument verarbeitet werden kann. Im direkten Vergleich zu RDF lässt sich feststellen, dass durch die Verwendung von XLink und XBase als Standards für die Angabe von Verweisen wesentlich mehr Komfort in der Gestaltung von solchen Verweisen möglich ist als bei einfachen Webadressen. Dies ist insoweit auch nicht weiter verwunderlich, als dass RDF in erster Linie zur standardisierten und einfachen Auszeichnung von Dokumenten entwickelt wurde, um Metainformationen über Autor, Datum und Inhalt zu erfassen. Der Einsatz für die semantische Modellierung und die Abbildung von Ontologien ist ausschließlich über RDF Schema möglich, weil hier die notwendigen Datenbeziehungen abgebildet werden können. Da aber XTM die erweiterten Links verwendet, sind alle ihre Vorteile wie z.B. Rückbezüge und weitere Informationen zu jedem Link möglich. Dies alles ist bei einem einfachen Hyperlink, der in Form eines Attributswerts auftritt, nicht gegeben, da hier nur die URI als Literal zur Verfügung steht. Bei XLink hingegen besteht der gesamte Link aus mehren einzelnen Elementen, sodass viel mehr Daten erfasst und ausgewertet werden können. Nur ein Teil dieser Daten besteht aus dem URI-Literal, sodass die Informationsfülle und damit auch die Modellierungseigenschaften dieses Konzept viel eher geeignet ist, übe Verweise und Links Beziehungen zwischen Daten abzubilden. XTM bietet im Vergleich zu RDF Schema wesentlich umfangreichere Möglichkeiten, Ontologien abzubilden. Allerdings ist es kein W3C-Standard und wurde nur als Alternative in die Betrachtung aufgenommen, da die OWL-Syntax noch nicht als Standard vorhanden ist. Es ist mit Sicherheit keine technische Hürde, keinen W3C-Standard zu verwenden. Viele Industriestandards im XML-Bereich werden nicht direkt vom W3C gepflegt und genießen doch eine herausragende Bedeutung. Da jedoch das W3C selbst daran interessiert ist, für seine Aktivitäten rund um das semantische Internet einen eigenen Ontologie-Standard zu entwickeln, ist die Frage, ob eine Verwendung von XTM sich nicht letztendlich als Fehler herausstellt. Ob die – ebenfalls noch zu verabschiedenden – Abfragetechniken des W3C überhaupt geeignet sind, um XTM-Strukturen zu verarbeiten, ist ebenfalls für eine zukunftstaugliche Anwendungsentwicklung zu hinterfragen.
|
||